Mit dem E-Bike elektrisch unterwegs

Mit dem E-Bike elektrisch unterwegs

Das sollten Sie wissen, wenn Sie auf der Suche nach einem E-Bike sind

Jedes dritte Fahrrad, das in Deutschland verkauft wird, ist mittlerweile ein E-Bike. Tendenz steigend, denn der E-Bike-Boom ist ungebrochen. Grund genug, dass wir uns genauer mit dem Thema beschäftigen und Ihnen einen Überblick zu E-Bikes geben.

  • E-Bikes gibt es für jeden Einsatzzweck und für jedes Budget
  • Wer E-Bike fährt, lässt sein Auto häufiger stehen
  • Mit Velobrix will ein Chemnitzer Startup E-Bikes sicher abstellen

E-Bikes sind schon längst raus aus ihrer Nische. Denn zum einen gibt es eine Vielzahl an Modellen in nahezu allen Preissegmenten auf dem Markt. Zum anderen ist fast jedes 3. Fahrrad, das in Deutschland verkauft wird, ein E-Bike: Im 1. Halbjahr 2019 wurden 2,93 Millionen Fahrräder über den Handel abgesetzt, darunter rund 920.000 E-Bikes. Daher geben wir Ihnen in diesem Blogartikel einen Überblick zu den verschiedenen Arten, erklären kurz und knapp, wie ein E-Bike überhaupt funktioniert und stellen Ihnen ein Chemnitzer Startup vor, das sich mit der sicheren Unterbringung von E-Bikes beschäftigt.

Diese E-Bike-Arten gibt es

Bei Fahrrädern mit Elektroantrieb haben sich 3 Varianten entwickelt. Es gibt das Pedelec, das S-Pedelec (Schnelles Pedelec) und das E-Bike. Ein wenig verwirrend ist, dass umgangssprachlich mit E-Bike eigentlich immer das Pedelec gemeint ist. Denn richtige E-Bikes sind auf unseren Straßen kaum zu sehen. Dabei handelt es sich nämlich um Fahrräder mit Elektromotor, die bis zu 45 km/h fahren und ohne Treten funktionieren. Also eher eine Art E-Mofa. E-Bike ist im Regelfall also mehr ein Oberbegriff für Fahrräder mit Elektromotor, den wir in unserem Artikel auch so verwenden.

Die häufigste E-Bike-Variante ist das Pedelec. Der Motor unterstützt den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h mit einer Leistung von bis zu 250 Watt. Dabei muss zu jeder Zeit in die Pedale getreten werden. Wer schneller unterwegs sein will, muss dann wieder komplett ohne elektrische Hilfe fahren. Daher wird das Pedelec im Straßenverkehr auch wie ein normales Fahrrad behandelt.

Arten von E-Bikes - E-Bike Infos - so-geht-e.de

Ein Schnelles Pedelec wird hingegen als Kleinkraftrad eingestuft. Der Fahrer muss wie beim Pedelec auch in die Pedale treten, wird vom Motor allerdings bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h unterstützt. Außerdem werden kräftigere Motoren verbaut mit einer Leistung von bis zu 500 Watt.

Ob das E-Bike als Fahrrad oder als Kleinkraftrad eingestuft wird, ist entscheidend dafür, ob man damit auf dem Radweg fahren darf, einen Helm aufsetzen muss oder eine Kraftfahrzeugversicherung benötigt. E-Bikes, die ohne Treten funktionieren, und S-Pedelecs benötigen ein Versicherungskennzeichen. Außerdem muss der Fahrer mindestens einen Führerschein der Klasse AM besitzen. Damit dürfen Mopeds und Kleinkrafträder gefahren werden. In Sachsen beträgt das Mindestalter für den Erwerb des Führerscheins 15 Jahre. Nicht zuletzt besteht auch Helmpflicht. Fällt die Wahl auf ein Pedelec, benötigen Sie weder Führerschein noch Versicherungskennzeichen. Das Tragen eines Helmes ist zwar dann keine Pflicht, aber dennoch zu empfehlen.

Auf den richtigen Antrieb kommt es an

E-Bikes gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen, so dass Sie jedes klassische Fahrrad auch in einer motorisierten Variante bekommen können. So gibt es eine große Auswahl an City- und Trekkingrädern aber auch Mountainbikes, Klapprädern, Lastenrädern und sogar Rennrädern.

Beim Antrieb können Sie zwischen 3 verschiedenen Arten wählen: Den Vorderradmotor, den Hinterradmotor und den Mittelmotor, der direkt im Tretlager bei den Pedalen sitzt. Vor allem bei günstigen Modellen kommt ein Nabenmotor im Vorderrad zum Einsatz. Von Nachteil ist das besonders auf weichen und glatten Untergründen. Die meisten Modelle sind daher mit einem Mittelmotor ausgestattet. Hier ist die Gewichtsverteilung am günstigsten und die Motoren haben sich außerdem als sehr zuverlässig erwiesen. Die Kraft wird dabei über die Kette aufs Hinterrad übertragen. Sportliche E-Bikes werden in einigen Fällen auch mit einem Hinterradmotor ausgestattet.

Grundsätzlich ist die Wahl der richtigen Variante eine Frage des Preises und des Einsatzzwecks. Bei einer Probefahrt finden Sie schnell heraus, ob Ihnen das Fahrverhalten zusagt oder nicht.

So funktioniert ein E-Bike

Im Prinzip unterstützt ein E-Bike den Fahrer beim Treten. Oder anders gesagt: Ohne Treten geht es nicht. Die Kraft kommt also zum Teil vom Fahrer und zum Teil vom Motor. Bei den meisten E-Bikes kann der Fahrer den Grad der Unterstützung in mehreren Stufen einstellen. Außerdem passt sich die Leistung des Motors danach an, wie stark der Fahrer in die Pedale tritt. Hierzu misst das E-Bike neben der Geschwindigkeit auch das Drehmoment und die Trittfrequenz. Daraus wird errechnet, wie viel Hilfe der Fahrer gerade benötigt. Geht es also bergauf, leistet der Elektromotor mehr als bei einer weniger anstrengenden Fahrt auf gerader Strecke.

Ein typischer Akku hat eine Kapazität zwischen 300 und 500 Wh und befindet sich im Gepäckträger, am Rahmen oder im Rahmen integriert. Die Größe des Akkus entscheidet auch maßgeblich über die Reichweite. Allerdings spielen noch viele weitere Faktoren wie das Gewicht des Fahrers, die gewählte Unterstützungsstufe oder das Streckenprofil eine Rolle. Reichweitenangaben sind daher immer nur Richtwerte, ähnlich wie beim Auto. Größere Akkus, mit denen Sie größere Reichweiten erzielen können, kosten dann allerdings auch mehr.

Für jeden das richtige E-Bike

Dadurch, dass es für jeden Einsatzzweck auch das passende E-Bike gibt, eignet sich ein E-Bike mittlerweile auch für ziemlich jeden. Ein E-Bike kann auch der Einstieg ins Fahrradfahren sein. Durch die Unterstützung des Motors wird es dem Fahrer leicht gemacht, Wege mit dem Rad zu erledigen.

Auch Pendler greifen immer häufiger zum E-Bike, denn die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen ist man täglich in Bewegung und zum anderen lassen sich auch Strecken zurücklegen, bei denen viele bereits aufs Auto zurückgreifen. Natürlich profitieren auch Menschen, die bisher auf Grund der zu hohen Belastung aufs Fahrradfahren verzichtet haben oder durch eine Verletzung darauf verzichten mussten. Durch die Unterstützung des Elektromotors werden Gelenke, Bänder und Sehnen geschont.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass E-Bike-Fahrer an vielen Stellen profitieren. Sie greifen häufiger zum Fahrrad, da auch längere Strecken relativ entspannt mit einem E-Bike zurückgelegt werden können. Verschwitzt am Arbeitsplatz ankommen gehört auch der Vergangenheit an. Nicht zuletzt können Sie mit einem E-Bike auch sparen, wenn Sie dadurch weniger mit dem Auto fahren.

Mit dem Velobrix das E-Bike sicher unterbringen 

Ein E-Bike sollte dann natürlich auch sicher abgestellt werden. Besonders wenn es länger stehen soll – zum Beispiel bei Pendlern. Sie fahren häufig am Morgen zum Bahnhof und von dort weiter mit Bus und Bahn zum Arbeitsplatz, um am Nachmittag wieder mit dem E-Bike zurück nach Hause zu fahren. Damit Sie Ihr Fahrrad beruhigt über den Tag hinweg stehen lassen können, hat ein Chemnitzer Startup eine innovative Lösung entwickelt: den Velobrix.

Die beiden Gründer Steve Winter und Patrick Rabe haben uns im Interview erzählt, wie sie auf die Idee gekommen sind und wie der Velobrix funktioniert.

Wie ist die Idee entstanden, Schiffscontainer in Fahrradstellplätze umzubauen?

Steve Winter: An der Uni wurden mir zunächst die Laufräder meines Fahrrads gestohlen. Nachdem ich einen neuen Satz für 300 Euro kaufen musste, wurde wenige Monate später das komplette Fahrrad geklaut. Vor zweieinhalb Jahren habe ich mir ein E-Bike gekauft und da war dann die Frage, wie ich mein Fahrrad sicher abstelle. Da ich keine Lust hatte, 3 Schlösser jeden Tag mitzunehmen, habe ich das Fahrrad mit in den Hörsaal geschleppt. Die Blicke können Sie sich vorstellen. Mit Patrick, den ich schon viele Jahre kenne, habe ich mich dann über eine Lösung unterhalten. Und da kam die Idee, Schiffscontainer für diese Zwecke zu nutzen. Ein Stipendium der SAB war dann eigentlich der Startschuss. Und seitdem ist viel passiert. Wir haben einen Prototyp gebaut und die 0-Serie steht seit Anfang Oktober in Dresden Coswig am Bahnhof. Außerdem sind wir in den letzten Zügen unsere Zertifizierung abzuschließen.

Die beiden Gründer Steve Winter und Patrick Rabe haben uns im Interview erzählt, wie sie auf die Idee gekommen sind und wie der Velobrix funktioniert.

Wie ist die Idee entstanden, Schiffscontainer in Fahrradstellplätze umzubauen?

Steve Winter: An der Uni wurden mir zunächst die Laufräder meines Fahrrads gestohlen. Nachdem ich einen neuen Satz für 300 Euro kaufen musste, wurde wenige Monate später das komplette Fahrrad geklaut. Vor zweieinhalb Jahren habe ich mir ein E-Bike gekauft und da war dann die Frage, wie ich mein Fahrrad sicher abstelle. Da ich keine Lust hatte, 3 Schlösser jeden Tag mitzunehmen, habe ich das Fahrrad mit in den Hörsaal geschleppt. Die Blicke können Sie sich vorstellen. Mit Patrick, den ich schon viele Jahre kenne, habe ich mich dann über eine Lösung unterhalten. Und da kam die Idee, Schiffscontainer für diese Zwecke zu nutzen. Ein Stipendium der SAB war dann eigentlich der Startschuss. Und seitdem ist viel passiert. Wir haben einen Prototyp gebaut und die 0-Serie steht seit Anfang Oktober in Dresden Coswig am Bahnhof. Außerdem sind wir in den letzten Zügen unsere Zertifizierung abzuschließen.

Wie sind denn die Erfahrungen des Tests in Coswig?

Steve Winter: Sehr gut. Das hätten wir im Vorfeld selbst nicht gedacht. Uns war wichtig, dass wir die Anlage wirklich auf Herz und Nieren testen können. Wir wollten sehen, wie sich das System bei Nässe und bei Kälte verhält. Und das System läuft, es funktioniert gut und trotz der kalten Jahreszeit wird es von den Fahrradfahrern angenommen.

 

Was braucht der Fahrradfahrer, wenn er sein E-Bike im Velobrix abstellen möchte?

Steve Winter: Das Besondere am Velobrix ist, dass man das Ganze bargeldlos nutzen kann – ohne Registrierung. Man kann wirklich hinfahren und sofort sein Fahrrad einstellen. Das war uns wichtig, dass man sich nicht über eine Internetseite oder über ein Portal registrieren muss. Wir haben einen Touchscreen und Karteneinzug bzw. einen kontaktlosen Kartenleser. Da wird die Karte einfach eingesteckt und dann wird dem Nutzer ein freier Stellplatz zugeordnet. Danach öffnet sich die Tür automatisch, das Fahrrad und zum Beispiel auch Equipment wie Rucksack, Fahrradtaschen oder eine Radjacke werden reingestellt, die Tür wieder geschlossen, fertig. Wenn man wiederkommt, braucht man nur die Geldkarte. Das System erkennt den zugehörigen Stellplatz. Und wenn der Nutzer bezahlt hat, geht die Tür wieder auf.

Kann man auch sein E-Bike aufladen?

Patrick Rabe: Ja, das geht. Wir haben normale Steckdosen verbaut. Da es noch keine einheitliche Lösung für E-Bike-Ladegeräte gibt, ist das im Moment die beste Lösung. Man bringt dann sein Ladegerät mit und lädt das Fahrrad tagsüber auf. Die Kosten der Ladung sind dabei im Preis bereits enthalten. In Zukunft wollen wir auch Langzeitstellplätze im Velobrix anbieten. Diese festen Plätze können dann wochenweise, monatsweise oder auch für ein ganzes Jahr angemietet werden. Dauerparker haben dann die Möglichkeit, ihr Ladegerät einfach liegen zu lassen.

Und wie geht es weiter? In diesem Jahr sind bereits 20 weitere Anlagen geplant. Das Start-up will außerdem eine eigene Montage aufbauen und das Produktportfolio durch Einzelboxen erweitern, die modular miteinander verbunden werden können. Dadurch wird das System auch für Unternehmen und Vermieter interessant, die Ihren Kunden, Mitarbeitern bzw. Mietern eine sichere und bequeme Abstellmöglichkeit anbieten wollen.

Tipps für mehr Reichweite und den richtigen Versicherungsschutz

Zum Abschluss wollen wir Ihnen noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, damit der ersten E-Bike-Ausfahrt nichts mehr im Wege steht.

Mehr Reichweite

Die Reichweite hängt von vielen Faktoren ab. An der Akkukapazität lässt sich nach dem Kauf zwar nichts mehr ändern. Um dennoch ein paar Kilometer weiter fahren zu können, sollten Sie den Reifendruck im Blick behalten. Gut aufgeblasene Reifen verringern den Rollwiderstand und sparen Energie. Auch das Gesamtgewicht spielt eine Rolle. Verzichten Sie also auf alle unnötigen Dinge in Rucksack und Fahrradtasche. Wenn die Reichweite wichtiger als die Stärke der Unterstützung ist, dann wählen Sie ein entsprechendes Programm. Dadurch greift der Motor weniger ein und die Reichweite steigt. Auch die Geschwindigkeit, mit der Sie unterwegs sind, beeinflusst den Stromverbrauch maßgeblich. Wenn Sie es also nicht ganz so eilig haben, werden Sie das an einem ausdauernden Akku spüren.

Versicherungen prüfen

Bei einem E-Bike kommen mehrere Versicherungen in Frage, die Sie im Blick haben sollten. Beim Versicherer Ihrer Privathaftplicht sollten Sie nachfragen, ob auch Schäden anderer bei einem Unfall abgesichert sind. Auch eine Unfallversicherung, die Ihre eigenen Behandlungskosten abgedeckt, kann sich lohnen. Im Falle eines Diebstahls sollte zudem die Hausratversicherung aufkommen. Tut sie dies nicht, lohnt sich der Abschluss einer speziellen Fahrradversicherung.

 

E-Bikes sind längst ein fester Bestandteil der Fahrradwelt geworden. Sie ermöglichen längere Strecken entspannter zu bewältigen und sorgen dafür, dass wir unsere Autos viel häufiger stehen lassen. Ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz – und für unsere Gesundheit.