So laden Mieter und Hausbesitzer ihr E-Auto daheim

Der Großteil der Ladevorgänge eines E-Autos findet zu Hause nach Feierabend statt. Daher sollte eine Wallbox zur Ausstattung gehören. Für Hausbesitzer ist die Installation meist kein Problem. Mieter müssen sich hingegen mit dem Vermieter verständigen. Wir zeigen Ihnen, warum Sie überhaupt eine Wallbox benötigen und wie Sie Ihren Vermieter von der Idee überzeugen. 

  • Eine Wallbox mit 11 kW Leistung ist für die meisten aktuell die beste Wahl
  • Für die Installation im Freien gibt es wetterfeste Wallboxen
  • Mieter besprechen mit dem Eigentümer die beste Variante für eine Ladestation

Beim Laden daheim geht es nicht ohne Wallbox. Zwar verfügen alle Elektroautos über die Möglichkeit, den Akku über eine Haushaltssteckdose im Notfall zu laden. Aber der Name sagt es bereits: Dafür sollten Sie sich nur im Notfall entscheiden. Denn das Problem liegt in der großen Belastung der Stromleitung. Der Akku eines Renault Zoe hat in der Einstiegsvariante eine Größe von 41 kWh. Soll dieser mit einer Steckdose geladen werden, dauert das bei 3,7 kW Leistung – das ist die Maximalleistung einer Haushaltssteckdose – rund 11 Stunden. In dieser Zeit steht die Leitung ständig unter Volllast und muss Strommengen bewältigen, für die sie nicht ausgelegt ist. Überhitzung und Kabelbrände können mitunter die Folge sein. Um ein E-Auto schnell und sicher zu laden, braucht es somit eine Wallbox.

 

Renault Zoe

Akku: 41 kWh

e-Auto - Renault Zoe - so-geht-e.de

Ladeleistung Wallbox Ladezeit
3,7 kW ca. 11h
11 kW 4h
22 kW 2h

Das sind die Vorteile einer Wallbox

Mit einer Wallbox holen Sie sich die Technologie einer Ladesäule nach Hause. Sie wird meist an der Wand montiert und ist nicht viel größer als ein Schuhkarton. Daneben kann sie auch freistehend an ein passendes Gestell montiert werden. Dadurch eignet sie sich nicht nur für Garagen, sondern auch für Carports und Außenstellplätze.

Ein E-Auto lässt sich mit der Wallbox nicht nur sicherer, sondern auch schneller laden. Am meisten verbreitet sind Ladeleistungen von bis zu 11 kW. Es gibt aber auch Modelle mit 22 kW Leistung. Das Elektroauto muss damit allerdings auch umgehen können. Welche Wallbox die Richtige ist, hängt somit maßgeblich vom Elektroauto selbst ab. Dabei sollten Sie auch im Hinterkopf behalten, dass Sie nach einer gewissen Zeit ihr aktuelles durch ein neues E-Auto ersetzen. Die Wallbox sollte daher fit für die Zukunft sein.

Um zu verdeutlichen, welche Unterschiede bei der Ladezeit zustande kommen, betrachten wir erneut unser Beispiel eines Renault Zoe mit einem 41 kWh Akku. Bei einer Wallbox mit einer Ladeleistung von 3,7 kW verstreichen rund 11 Stunden bis die Batterie vollständig geladen ist. Bei einer 11-kW-Wallbox genügen bereits weniger als 4 Stunden und mit 22 kW Leistung ist der leere Akku bereits nach knapp 2 Stunden wieder voll.

 

Das kostet eine Wallbox

Eine Wallbox bewegt sich preislich zwischen ungefähr 500 Euro und bis zu 2500 Euro. Das sind dann Modelle mit großem Funktionsumfang. Der ADAC hat aktuelle Wallboxen getestet und die Funktionen sowie Vor- und Nachteile detailliert aufgelistet.

Grundsätzlich empfiehlt der ADAC 3-phasige 11-kW-Wallboxen. Diese sind zum einen in der Lage, auch Fahrzeuge zu laden, die nur mit einer geringeren Ladeleistung umgehen können. Zum anderen belasten sie das Stromnetz nur so stark, dass keine Überlastungen entstehen können. Eine Genehmigung des Stromanbieters ist daher nicht notwendig.

Zu den Anschaffungskosten kommen noch die Installationskosten hinzu, die pauschal nicht angegeben werden können. Denn hier spielen bauliche Voraussetzungen am ausgewählten heimischen Standort eine entscheidende Rolle. Das sind u.a. die Entfernung zum Sicherungskasten aber auch die Anzahl der benötigten Arbeiten für Wand- und Deckendurchbrüche. Der Freistaat Sachsen unterstützt E-Auto-Fahrer jedoch mit einem Förderprogramm. Wird die Wallbox zusammen mit einem Stromspeicher installiert, gibt es einen Zuschuss von 1000 Euro für den Stromspeicher plus weitere 200 Euro pro kWh Speicherkapazität. Für die Ladestation gibt es dann 400 Euro für einen Wechselstromladepunkt und 1500 Euro für einen Gleichstromladepunkt.

Außerdem muss die Wallbox beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das betrifft alle Modelle mit einer Leistung bis zu 11 kW. Für eine leistungsstärkere Wallbox, zum Beispiel mit 22 kW, ist zudem die Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich. Dadurch wird vermieden, dass es zur Überlastung des lokalen Stromnetzes kommt und die Betreiber das Netz bedarfsgerecht weiterentwickeln können.

 

So kommen Sie als Mieter zur eigenen Wallbox

Besitzer eines Eigenheims mit einer eigenen Garage haben es somit selbst in der Hand und relativ leicht, sich eine eigene Wallbox installieren zu lassen. Für Mieter ist es nicht ganz so einfach, da sie Rücksicht auf andere Mieter nehmen müssen und der Vermieter zustimmen muss. Wir zeigen Ihnen, was es zu beachten gilt und wie auch Mieter ihr E-Auto daheim laden können.

Voraussetzung ist ein eigener Stellplatz. Dieser kann in einer Tiefgarage oder im Hinterhof sein, da sich eine wetterfeste Wallbox auch im Freien montieren lässt. Für die Installation benötigen Sie außerdem die Einwilligung des Eigentümers, da es sich um eine bauliche Veränderung handelt. Bei einem Einzeleigentümer sprechen Sie am besten mit dem Vermieter bzw. der Hausverwaltung. Im Falle einer Eigentümergemeinschaft stellen Sie einen Antrag bei der Eigentümerversammlung, der laut aktueller Rechtslage einstimmig beschlossen werden muss – ein Paragraph, der wohl in absehbarer Zeit zugunsten der Elektromobilität angepasst werden wird. Machen Sie sich zur Sicherheit im Vorfeld Gedanken, wie die Wallbox finanziert, wie abgerechnet und von wem sie genutzt werden soll. Außerdem ist es ratsam, sich ein paar Argumente für einen Wallbox zurechtzulegen. Wichtigstes Argument für skeptische Vermieter ist dabei die Aufwertung der Immobilie durch eine derartige Investition.

Wenn Sie allein die Wallbox finanzieren und nutzen wollen, empfehlen wir einen eigenen Stromzähler. So entstehen den anderen Bewohnern keine Zusatzkosten und Ihnen ermöglicht dies die Wahl eines speziellen Stromtarifs für E-Autos. Schlagen Sie bei Bedarf auch die Integration eines Lastmanagementsystems vor. Dies nimmt Vermietern die Angst, dass der Ladevorgang die Leistung des Hauses negativ beeinflusst.

Förderung für E-Auto Fahrer

Installation einer Wallbox und Stromspeicher:

 

für Stromspeicher
+ 1.000 €
pro kWh Speicherkapazität
+ 200 €
für Wechselstromladepunkt
+ 400 €
für Gleichstromladepunkt
+1.500 €

 

Sollten mehrere Mieter Interesse zeigen, bietet sich eine smarte Wallbox an. An dieser können sich alle E-Auto-Fahrer des Hauses registrieren und ihr Elektroauto laden. In diesem Falle beteiligen sich nicht nur weitere Nutzer an den Investitionskosten, sondern wahrscheinlich auch der Eigentümer. Sind alle Fragen geklärt, ist die Installation der Wallbox kein Hindernis mehr. Dies kann, wie in der eigenen Garage, von jedem qualifizierten Elektriker durchgeführt werden.

Übrigens: Ganz ohne Zustimmung und zusätzliche Investitionen können Sie Ihr E-Auto an einer öffentlichen Ladestation aufladen. Deren Zahl wächst stetig und ob sich eine in direkter Nähe zu Ihrem Wohnort befindet, können Sie auf Portalen wir GoingElectric überprüfen.

Das Laden daheim geht am besten mit der eigenen Wallbox. Viele Modelle sind preislich attraktiv und lassen sich ohne großen Aufwand von Fachpersonal installieren. Häufig besteht sogar eine Fördermöglichkeit. Wir unterstützen Sie bei der Wahl der richtigen Wallbox, der Installation und mit den nötigen Argumenten, wenn Sie Ihren Vermieter überzeugen wollen!