E-Auto im Faktencheck

Zum E-Auto haben vermutlich viele eine Meinung. Häufig basiert diese allerdings auf Gerüchten, Vermutungen und Erzählungen. Wir wollen die größten E-Auto Mythen, die zur Elektromobilität herumgeistern, genauer betrachten und prüfen, was wirklich dran ist.

Heute gehen wir der Frage nach, wie sicher E-Autos sind und welchen Beitrag sie tatsächlich zum Klimaschutz leisten.

 

  • E-Autos sind selbst bei Unwetter absolut sicher
  • Brände kommen seltener vor als bei Diesel oder Benziner
  • Auf lange Sicht verursachen Elektroautos weniger CO2 als Verbrenner

Mythos 5: E-Autos sind gefährlich

Häufig werden Elektroautos als gefährlich dargestellt: Ein Unfall hätte katastrophale Folgen und besonders brandanfällig wären sie auch. Ist da etwas dran?

Die Hersteller investieren viel in die Sicherheit der Batterien und eine optimierte Crashstruktur. Daher ist auch bei Tests des ADAC bisher kein aktuelles Elektroauto negativ aufgefallen. Es zeigt sich sogar, dass die getesteten Fahrzeuge sicherer sind als Verbrenner. Die Batterie ist zunächst durch bauliche Maßnahmen vor einer Verformung bei einem Unfall geschützt. Außerdem wird der Stromfluss im Moment des Unfalls unterbrochen. Dadurch besteht keine Gefahr, dass die Insassen einen Stromschlag erleiden.

Auch das Brandrisiko wird häufig ins Spiel gebracht. Schließlich ist in den Akkus eine große Menge an Energie gespeichert. Nicht zuletzt wird immer wieder behauptet, dass man ein E-Auto bei Regen weder aufladen noch fahren sollte. Hier lässt sich ganz klar sagen: E-Autos sind sicher – bei jedem Wetter. Denn beim Aufladen fließt erst Strom, wenn der Kontakt vollständig hergestellt ist. Ein Blitz richtet durch das Prinzip des Faradayschen Käfigs beim E-Auto ebenso wenig Schaden an wie bei einem Verbrenner. Nässe beim Fahren stellt auch kein Problem dar, da die Fahrzeuge gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt sind. Selbst wenn Sie im Regen die Motorhaube öffnen müssen oder wollen – tun sie es. Es ist absolut ungefährlich!

Ein Elektroauto ist somit bei schönstem Sonnenschein genau so sicher wie im größten Unwetter – selbst dann, wenn es zum Unfall kommt.

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Mythos 6: Zum Klimaschutz taugen E-Autos nicht

Auf den ersten Blick entfallen auf ein Elektroauto beim Fahren keinerlei Emissionen. Will man den Beitrag von E-Autos zum Klimaschutz jedoch genauer untersuchen, muss man 2 Bereiche betrachten: Die Produktion der Batterie und die Erzeugung des Stroms, der zum Laden verwendet wird.

Um Akkus für E-Autos zu produzieren, werden natürliche Ressourcen verbraucht. Diese werden unter teils schwierigen Bedingungen und auch mit einem unzureichenden Blick auf den Umweltschutz abgebaut. Auch die Produktion der Batterie beansprucht große Energiemengen, die sich auf Ökobilanz auswirken. Allen voran sind hier Kobalt und Lithium kritische Ressourcen. Der benötigte Anteil von Kobalt geht mit voranschreitender Zelltechnologie immer weiter zurück. Der Abbau von Kobalt wird laut Aussagen der Bundesanstalt für Geowissenschaften zu 80 bis 90% durch international tätige Organisationen durchgeführt, die sich an gültige Vorschriften halten. Der Abbau von Lithium wird unter der Verwendung von großen Mengen an Wasser durchgeführt, die aber in einer ähnlichen Größenordnung auch für die Erzeugung von Diesel und Benzin benötigt werden. Lithium kann jedoch zum großen Teil durch Recycling wieder zurückgewonnen und für neue Akkus genutzt werden.

Beim verwendeten Strom kommt es hauptsächlich darauf an, dass mit Ökostrom aufgeladen wird. Kommt dieser zum Einsatz, ist das E-Auto tatsächlich CO2-neutral unterwegs. Das hat der Fahrer zum Großteil selbst in der Hand. Für das Laden zuhause gibt es spezielle Tarife für Elektroautos. Öffentliche Ladesäulen, die durch staatliche Programme gefördert wurden, müssen sogar mit Ökostrom betrieben werden. Eine generelle Pflicht für alle anderen Ladesäulen besteht allerdings nicht.

Zwar wird bei der Herstellung eines Elektroautos mehr CO2 ausgestoßen als bei einem Verbrenner. Laut ADAC, gleicht sich dieser Nachteil allerdings ab einer Fahrleistung von 50.000 bis 100.000 Kilometern aus und kehrt sich um. Denn E-Autos verursachen im Laufe ihres Lebens 70-90% weniger CO2 als Benziner oder Diesel.

Außerdem kann der Akku in einem Second-Life Zyklus weitere Dienste vollrichten z.B. als lokaler Pufferspeicher. Ist er dann für diesen Zweck ungeeignet, können viele der kritischen Rohstoffe recycelt und erneut in den Produktionsprozess von neuen Akkus eingebracht werden.

Betrachtet man also das große Ganze, können E-Autos ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz sein.

Gefährlicher als Verbrenner sind E-Autos also nicht und ihre Ökobilanz fällt auch besser aus. In unserem nächsten Beitrag sehen wir uns genauer an, ob die steigende Anzahl an E-Autos unser Stromnetz überlasten kann und welche Auswirkungen die Förderung der Elektromobilität auf den Arbeitsmarkt hat. 

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