Mythen rund ums E-Auto

Zum E-Auto haben vermutlich viele eine Meinung. Häufig basiert diese allerdings auf Gerüchten, Vermutungen und Erzählungen. Wir wollen die größten E-Auto Mythen, die zur Elektromobilität herumgeistern, genauer betrachten und prüfen, was wirklich dran ist.

Heute gehen wir der Frage nach, ob unser Stromnetzt so viele E-Autos überhaupt verkraftet und wie sich der Wechsel hin zu mehr Elektromobilität auf den Arbeitsmarkt auswirkt.

 

 

  • Unser Stromnetz hat bereits heute genügend Reserven für 20.000.000 E-Autos
  • Die Produktion von E-Autos bedarf 30% weniger Aufwand
  • Staat und Automarken wollen diesen Wandel mit Arbeitnehmern gestalten

Mythos 7: Zu viele E-Autos überlasten das Netz

Alle Kraftwerke Deutschlands haben im vergangenen Jahr rund 540 TWh (Terrawattstunden) Strom für die öffentliche Stromversorgung erzeugt. Das sind 540.000.000.000 KWh, die 2018 für alle möglichen Stromverbraucher zur Verfügung standen, somit auch für E-Autos. Da deren Zahl steigt, besteht nun die Befürchtung, dass nicht genügend Strom übrigbleibt. Diese Angst ist jedoch unbegründet. Denn 1.000.000 E-Autos benötigen pro Jahr ungefähr 300.000 MWh​. Das wären rund 0,0005% des jährlichen Strombedarfs. Aktuell sind allerdings erst ca. 90.000 E-Autos auf unseren Straßen unterwegs. Das entspricht einem Bedarf von ungefähr 27 MWh.

Außerdem wurde im letzten Jahr ein Überschuss an Strom produziert. 49 TWh ging als Export ins Ausland. Diese „Reserve“ würde für mehr als 20.000.000 Elektroautos ausreichen. Neben der bereits heute bereitstehenden Menge an Strom für viele zusätzliche E-Autos kommen in den nächsten Jahren Effizienzsteigerungen zum Tragen, die einen weiteren Mehrbedarf der Elektromobilität mit abdecken könnten. Dazu zählen zum Beispiel Energieeinsparungen in der Industrie, bei Gebäuden und der Beleuchtung.

Um unsere müssen wir uns somit keine Gedanken machen. Die Reserve ist ausreichend groß. Außerdem wird die Errichtung von Ladestationen immer in Zusammenarbeit mit dem regionalen Netzbetreiber durchgeführt. Bei Ladestationen mit einer Leistung bis 11kW muss der Netzbetreiber informiert werden. Bei größeren Leistungen muss der Netzbetreiber vorher sein Einverständnis geben. Reicht die Kapazität des Netzes einmal nicht aus, so muss das ein Ausbau stattfinden. Zusätzlich haben die Energieanbieter bereits Maßnahmen ergriffen, sich der wachsenden Anzahl von E-Autos in Deutschland anzupassen.

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Mythos 8: Elektromobilität vernichtet Arbeitsplätze

Ein großer Vorteil des E-Autos liegt darin, dass es äußerst wartungsarm ist. Der Motor ist weniger komplex aufgebaut, Ölwechsel entfallen komplett und auf ein klassisches Getriebe verzichten Elektroautos ebenfalls. Der Antrieb besteht somit aus weniger mechanischen Teilen als der eines Verbrenners. Für den Fahrer hat das viele Vorteile. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass weniger Arbeitszeit aufgewendet werden muss, um den Antrieb für ein E-Auto zu produzieren. Daher kommen auf den Teil der Arbeitnehmer in der Autoindustrie, die sich mit Getrieben und Motoren beschäftigen, einige Umstellungen zu.

Ungefähr 30% weniger Aufwand benötigt die Herstellung eines E-Autos. Und das bedeutet auch, dass es in Zukunft weniger Arbeitsplätze geben könnte. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht davon aus, dass in gut 15 Jahren möglicherweise bis zu durch die Umstellung auf den Elektroantrieb bei Pkws verloren gehen. Im Gegenzug könnten knapp Diesen Wandel wollen die Fahrzeughersteller gemeinsam mit ihren Angestellten gestalten. So hat VW bereits vor einiger Zeit begonnen, mit einer E-Offensive seine Werke in Deutschland auf die Produktion von E-Autos umzustellen und Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Nicht zuletzt wurde gerade von Tesla bestätigt, dass in Brandenburg die europäische Gigafactory entstehen wird. Ende soll 2021 soll dort bereits die Produktion für das neue Modell Y beginnen. Bis zu 10.000 Arbeitsplätze werden dadurch entstehen. 

Auch die Bundesregierung versucht neue Jobs im Bereich der Elektromobilität zu schaffen. Große Hoffnung wird dabei auf eine starke heimische Batteriezellenproduktion gesetzt. Das Wirtschaftsministerium hat hierfür bereits eine Anschubfinanzierung von 1 Milliarde Euro zur Neben der Produktion wächst auch die Nachfrage nach Fachkräften im Batterierecycling. Die Akkus werden dabei in ihre Bestandteile zerlegt und für die Wiederverwendung in Elektroautos aufbereitet. Alternativ hierzu werden ausgediente Lithium-Ionen-Zellen zu stationären Energiespeichern umfunktioniert. Mobile Schnellladesäule, die wie eine Powerbank funktionieren, sollen bereits im kommenden Jahr in Serie gehen.

Der Übergang zur Elektromobilität ist für eine große Herausforderung. Staat und Wirtschaft investieren daher bereits jetzt viel in einen gelingenden Wandel.

Um unser Stromnetz müssen wir uns also keine Sorgen machen und die Verantwortlichen der Autoindustrie setzen neben der Regierung alles daran, dass das E-Auto nicht zum Jobkiller wird. In unserem nächsten Beitrag sehen wir uns genauer an, wie gefährlich E-Autos für Fußgänger sind und ob Elektroautos wirklich langsame Spaßbremsen sind.

 

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