Mythen rund ums E-Auto im Faktencheck

Zum E-Auto haben vermutlich viele eine Meinung. Häufig basiert diese allerdings auf Gerüchten, Vermutungen und Erzählungen. Wir wollen die größten Mythen, die zur Elektromobilität herumgeistern, genauer betrachten und prüfen, was wirklich dran ist.

Heute gehen wir der Frage nach, ob ein E-Auto wirklich teurer ist und wie viele Ladestationen es tatsächlich in Deutschland gibt.

 

  • Ein Elektroauto ist in der Anschaffung teurer, aber im Unterhalt günstiger
  • Mit einem E-Auto spart man bei der Steuer, beim Parken und beim Verbrauch
  • 500 Ladepunkte in ganz Deutschland mit stetig wachsender Zahl

Mythos 1: Ein E-Auto ist viel zu teuer

Vergleicht man die Kosten von E-Autos mit Verbrennern, ist das Urteil ein klares „Ja, aber“. Die Anschaffungskosten für ein Elektroauto sind meist noch höher als bei konventionell angetriebenen Autos. Das liegt vor allem am Stromspeicher. Denn einen großen Einfluss auf den Preis haben die Batterien. Sie machen rund 40% des Kaufpreises aus. Durch eine gesteigerte Produktion sind die Preise der Akkus jedoch in den letzten Jahren bereits um 80% gesunken.

Bei den Anschaffungskosten handelt es sich aber nur um einen Teil der Kosten, die bei einem Fahrzeug betrachtet werden sollten. Genauer betrachtet, reduzieren viele Faktoren den zunächst hohen Anschaffungspreis. Hierzu zählen zum Beispiel staatliche Förderungen und Kaufprämien. Steuervergünstigungen spielen ebenso eine Rolle. So sind E-Autos für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Mit der 0,5% Regelung für Dienstwagen, kostet die private Nutzung von Elektrofahrzeugen genau so viel, wie ein vergleichbarer Verbrenner. Auch bei Wartung und Service müssen ihre Halter weniger tief ins Portemonnaie greifen, da Ölwechsel und viele andere Wartungsarbeiten schlichtweg entfallen. Wer zudem häufig auf öffentliche Parkplätze angewiesen ist, sollte auch die Parkkosten im Blick behalten. Denn mittlerweile können Fahrer von Elektroautos in vielen deutschen Großstädten kostenlos parken.

Dank der hohen Effizienz des Elektromotors sind die „Spritkosten“, also die Kosten für die vergleichbare Menge Strom, auf 100 Kilometer nur halb so groß. Lädt man das Fahrzeug vorrangig zu Hause mit einem vergünstigten Stromtarif für Elektrofahrzeuge sind sie sogar noch geringer

Betrachtet man also alle Kosten eines Fahrzeuges, so ist ein Elektroauto somit nur auf den ersten Blick teuer!

 

Mythos 2: Es gibt nicht genügend Ladesäulen

 

Dieses Argument hört man oft. Doch stimmt es überhaupt? Knapp 20.500 Ladepunkte gibt es aktuell in Deutschland und ihre Zahl steigt stetig. Zum Vergleich: 2019 gab es noch rund 14.500 Tankstellen, denn ihre Zahl ist seit den 1970ern rückläufig. Somit gibt es bereits heute ein immer dichter werdendes Netz an Lademöglichkeiten, das mit den steigenden Zulassungszahlen von E-Autos weiter ausgebaut wird

Vor allem größere Unternehmen sehen eigene Ladesäulen als Serviceangebot für ihre Kunden an. Supermärkte, Hotels und Parkhäuser verfügen mittlerweile häufig über Stellplätze für E-Autos samt Ladestation. Auch Unternehmen richten ihren Mitarbeitern zunehmend Ladepunkte auf dem Firmengelände ein. So steht das E-Auto vollgeladen zum Feierabend bereit. Nicht zuletzt steigt auch die Zahl der Schnellladestationen an Autobahnen. Im nächsten Jahr soll es weit über 1000 davon geben.

Eigenheimbesitzer haben einen weiteren Vorteil: Sie können sich ihre eigene Ladesäule in die Garage setzen. Dadurch müssen sie meistens überhaupt nicht unterwegs aufladen und sind unabhängig von öffentlichen Ladesäulen mobil. Zudem reagieren auch Vermieter zunehmend offen gegenüber Lademöglichkeiten in Tiefgaragen und auf Mieterstellplätzen.

Das Netz der Ladesäulen wird immer dichter. Mittlerweile ist es mit einem Elektroauto so gut wie überall möglich „aufzutanken“. Und teurer ist ein E-Auto nur auf den ersten Blick. In unserem nächsten Beitrag sehen wir uns genauer an, ob das Laden wirklich „ewig“ dauert und wie es um die Reichweite von Elektroautos steht.