Mythen rund ums E-Auto im Faktencheck

Zum E-Auto haben vermutlich viele eine Meinung. Häufig basiert diese allerdings auf Gerüchten, Vermutungen und Erzählungen. Wir wollen die größten Mythen, die zur Elektromobilität herumgeistern, genauer betrachten und prüfen, was wirklich dran ist.

Heute gehen wir der Frage nach, wie gefährlich ein E-Auto für Fußgänger ist und ob sie wirklich so langsam sind, wie viele behaupten.

 

  • Neue E-Autos müssen Geräusche zum Fußgängerschutz erzeugen
  • Selbst Kleinwagen mit Elektromotor sind sportlich unterwegs
  • Hohes Drehmoment und niedriger Schwerpunkt sorgen für Fahrspaß

Mythos 9: E-Autos sind eine Gefahr für Fußgänger

In vielerlei Hinsicht ist der geräuscharme Motor eines E-Autos von Vorteil. Für seheingeschränkte Fußgänger sind die Fahrzeuge jedoch tatsächlich nur schwer wahrzunehmen, besonders wenn sie langsam unterwegs sind.

Um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen, ist am 1. Juli 2019 die Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates Nr. 540/2014 in Kraft getreten. Sie besagt, dass neue Typen von Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen über ein akustisches Warnsignal zum Schutz von Fußgängern verfügen müssen. Blinden- und Sehbehindertenverbände hatten sich dafür eingesetzt.

Bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h geben E-Autos nun ein Geräusch von sich. Dies muss mit einem Verbrennungsmotor vergleichbar sein und sich beim Beschleunigen und Bremsen unterscheiden. Bei eingelegtem Rückwärtsgang ähnelt das Signal bei vielen Herstellern dem eines Transporters oder Lkws. Über 20 km/h ist der Warnton nicht mehr nötig, da ab dann auch die Roll- und Fahrtwindgeräusche genügen, um das E-Auto rechtzeitig wahrnehmen zu können.

Generell gilt: Wenn sich Autofahrer und Fußgänger rücksichtsvoll im Straßenverkehr bewegen und aufeinander achten, sinkt auch das Unfallrisiko. Egal ob Verbrenner oder E-Auto.

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Mythos 10: Mit einem E-Auto zu fahren macht keinen Spaß

Der Mythos, dass E-Autos langsam sind und sich eigentlich nur für die Stadt eignen, hält sich hartnäckig. Vermutlich liegt das an sind diese Zeiten jedoch vorbei. Denn mittlerweile gibt es in den meisten Fahrzeugklassen E-Autos, die die Vorteile der Elektromobilität auch beim Fahrspaß voll ausspielen.

Anders als beim Verbrenner liegt das komplette Drehmoment sofort an. Ein Elektroauto beschleunigt daher aus dem Stand mit voller Kraft. Das schafft kein Verbrenner. Der neue Peugeot e-208 sprintet dabei in 2,8 Sekunden aus dem Stand auf 50 km/h. Um diese Werte mit der Verbrennervariante zu erreichen, muss man schon zum 208 GTi und seinen 72 PS mehr greifen. Wem das noch nicht genug ist, der findet auch im Bereich der Elektroautos richtige Sportwagen. Neuestes Mitglied ist der Porsche Taycan. Mit bis zu 761 PS schafft er die 100 km/h aus dem Stand in 2,8 Sekunden. Lahm ist anders.

Dazu kommt noch die Straßenlage, für die vor allem die Batterie verantwortlich ist. Sie ist im Fahrzeugboden verbaut. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt tiefer als bei einem Diesel oder Benziner. Das Fahrzeug wird dadurch wie bei einem flachen Sportwagen auf die Straße gedrückt. Fahrspaß garantiert!

Für die Sicherheit von Fußgängern wird einiges getan. Gleichzeitig bleibt der Fahrspaß nicht auf der Strecke. Und wer schon einmal E-Auto gefahren ist, weiß wie sportlich man damit unterwegs ist.

In unserem nächsten Beitrag sehen wir uns genauer an, ob E-Autos immer langweilig aussehen und wie es um die Rohstoffversorgung bestellt ist.

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