Mythen rund ums E-Auto im Faktencheck

Zum E-Auto haben vermutlich viele eine Meinung. Häufig basiert diese allerdings auf Gerüchten, Vermutungen und Erzählungen. Wir wollen die größten Mythen, die zur Elektromobilität herumgeistern, genauer betrachten und prüfen, was wirklich dran ist.

Heute gehen wir der Frage nach, ob E-Autos wirklich hässlich aussehen und ob uns bald die Rohstoffe für die Batterieproduktion ausgehen.

 

 

  • E-Autos hatten früher durchaus ein gewöhnungsbedürftiges Design
  • Heute gibt es für jeden Geschmack das richtige E-Auto
  • Die Rohstoffe zur Herstellung von Akkus reichen für viele Elektroautos

Mythos 11: sehen hässlich aus

„Ich weiß ja nicht, aber wenn einen das Design an einen Thermomix erinnert, läuft da irgendwas falsch“, schreibt ein Nutzer in einem Forum von golem.de über das Design eines E-Autos.

Bei den ersten E-Autos haben die Hersteller scheinbar versucht, den Fahrzeugen ein besonders futuristisches Aussehen zu verpassen. Das hat zwei Gründe: Zum einen sollten sie auf den ersten Blick als Elektroauto erkennbar sein. Zum anderen bieten E-Autos ganz neue Gestaltungsspielräume, da zum Beispiel die Motoren kleiner sind. Einige Designer sind dadurch allerdings übers Ziel hinausgeschossen.

Mittlerweile orientieren sich die Hersteller wieder stärker an gewohnten Formen von Verbrennern. Allen voran Tesla, dessen E-Autos sich von Anfang an im äußeren Design nicht fundamental von anderen Fahrzeugen abgehoben haben. Auch neueste Modelle wie der Opel Corsa e oder der Peugeot e-208 sind kaum von ihren Benzin- oder Dieselvarianten zu unterscheiden.

Mit dem ID.3 geht Volkswagen nach dem e-Golf einen Schritt hin zu einem eigenständigen E-Auto-Design. Die Bandbreite wird mit kommenden Modellen stetig erweitert und langweilig oder gar hässlich sind Elektroautos schon lang nicht mehr.

Der ADAC hat in diesem Jahr sogar die 17 hässlichsten Autos der Welt gesammelt. Ein Elektroauto sucht man dabei vergebens.

 

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Mythos 12: gibt nicht genügend Rohstoffe

Für die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus werde Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und einige andere benötigt. Seit geraumer Zeit hört man nun, dass diese Rohstoffe bald knapp werden könnten. Vor allem durch ihren vermehrten Einsatz in E-Autos, Smartphones und Energiespeichern. Doch Sorgen machen müssen wir uns nicht. „Selbst wenn die Zahl von Elektrofahrzeugen bis 2050 hierzulande und global deutlich steigt, kann die damit zusammenhängende Rohstoffnachfrage gedeckt werden“, erklärt Stefanie Degreif vom Öko-Institut e.V..

Zu Engpässen könnte es dennoch kommen und zwar dann, wenn Förderstätten nicht rechtzeitig erschlossen werden. Hersteller und Wissenschaft arbeiten aus diesem Grund an verschiedenen Wegen, um die kostbaren Rohstoffe besonders effizient einzusetzen. Zunächst wird bereits viel Arbeit in den Bereich Recycling gesteckt, um entweder die Rohstoffe wieder zu verwenden oder den Akkus „ein zweites Leben“ zu ermöglichen.

Außerdem reduziert sich durch den technologischen Fortschritt der Bedarf an einzelnen Elementen. So soll der Einsatz von Kobalt mittelfristig nicht mehr notwendig sein. Aktuell besteht eine E-Auto-Batterie aus 8% Kobalt. In den Zellen des Tesla Model 3 konnte dies jedoch schon auf 2,8% reduziert werden und Akkuhersteller Panasonic verspricht Kobaltfreie Batterien in naher Zukunft.. Nicht zuletzt könnte bald im Erzgebirge das wichtige Element Lithium gefördert werden. Bereits 2021 soll es in unterirdischen Lagerstätten losgehen, die über ein geschätztes Volumen von 70.000 Tonnen verfügen.

Um Rohstoffknappheit müssen wir uns somit keine Sorgen machen und hässlich sind E-Autos schon lang nicht mehr. Diesen und anderen Mythen sind wir in den vergangenen Monaten auf den Grund gegangen. Eine Übersicht zu allen gibt es hier:

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