So entgeht Ihnen kein finanzieller Vorteil

Auch wenn die Anschaffungskosten eines E-Autos auf den ersten Blick hoch sind, genießen ihre Fahrer viele finanzielle Vorteile. Einige sind bekannt, so wie der Umweltbonus, andere nicht. Wussten Sie zum Beispiel, dass Sie mit einem E-Auto in vielen Städten kostenlos parken können? Diese und weitere Möglichkeiten um mit einem E-Auto sparen zu können haben wir für Sie zusammengefasst.

  • Sparen lässt sich bei der Anschaffung als auch bei den Betriebskosten
  • Auch die eigene Ladesäule kann gefördert werden
  • Vergleichen lohnt sich vor allem bei Versicherungen und Stromtarifen

Wer die Anschaffungskosten eines E-Autos mit denen eines Verbrenners vergleicht, dem fällt auf den ersten Blick der höhere Preis auf. Neben dem bekannten Umweltbonus, der vor kurzem sogar erhöht wurde, gibt es viele Förderprogramme und finanzielle Unterstützungen für Käufer und Fahrer von E-Autos, die mehr oder weniger bekannt sind. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, haben wir genau nachgesehen, wo und wie Sie sparen können. Hier finden Sie alle Vergünstigungen – vom Kauf bis zur täglichen Fahrt.

Spartipp #1: Den Umweltbonus fürs E-Auto beantragen

Beim Umweltbonus handelt es sich wohl um die bekannteste finanzielle Sparmöglichkeit für E-Auto-Käufer. Damit will die Bundesregierung den Verkauf von E-Autos ankurbeln. Um den Absatz noch stärker zu unterstützen, wurden im Februar die Prämien nochmals erhöht. Bis 2025 erhalten Käufer eines rein elektrischen Fahrzeugs vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und vom Hersteller nun insgesamt eine Kaufprämie von bis zu 6.000 Euro. Für die Maximalförderung muss der Listenpreis unter 40.000 Euro liegen. Damit ist allerdings nicht der tatsächliche Kaufpreis Ihres jeweiligen Modells gemeint, sondern der BAFA-Listenpreis. Hierbei handelt es sich um den niedrigsten Netto-Listenpreis des Basismodells ohne Sonderausstattung. Sie müssen also nicht an Ausstattung sparen, um den vollen Umweltbonus zu erhalten. Denn ob ein Auto die Kriterien erfüllt oder nicht, steht unabhängig von Ihrer Konfiguration bereits fest.

Des Weiteren werden Plug-in-Hybride der gleichen Preisklasse mit 4.500 Euro bezuschusst. Für Elektrofahrzeuge, die bis zu 65.000 Euro kosten, erhalten Sie eine Prämie von 5.000 Euro bzw. 4.000 Euro, wenn es sich um einen Plug-in-Hybrid handelt. Eine Liste aller förderfähigen Elektrofahrzeuge gibt es auf der Website des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Übrigens: Der „neue“ Umweltbonus gilt sowohl rückwirkend für alle Fahrzeuge, die ab dem 5. November 2019 zugelassen wurden als auch für junge gebrauchte Elektro-Autos, die noch nicht gefördert worden sind.

Seit dem 1. Juli 2019 müssen neue E-Autos mit einem akustischen Warnsystem (AVAS) ausgestattet sein. Dadurch sollen Fußgänger, Fahrradfahrer und allen voran Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen sich nähernde E-Autos rechtzeitig wahrnehmen können. Auch dieses AVAS wird gefördert. Mit pauschal 100 Euro belohnt der Staat den Kauf dieses Warnsystems. Dazu zählen auch Nachrüstungen für ältere Fahrzeuge.

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Spartipp #2: Rabatt beim Händler aushandeln

Wer sich schon einmal ein Auto gekauft hat, weiß, dass der Preis nicht in Stein gemeißelt ist. Händler und Autohäuser verfügen über einen gewissen Spielraum bei der Preisgestaltung. Bei E-Autos ist das nicht anders. Auch wenn vermutet werden könnte, dass nicht mehr Rabatt als der Umweltbonus gewährt wird. Das Magazin auto motor und sport hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass sich mögliche Preisvorteile mittlerweile im Bereich von Modellen mit Verbrennungsmotor befinden. Für ein Elektroauto lässt sich der Preis im Schnitt um 16% senken – sogar Nachlässe bis zu 25% sind auch für E-Autos drin. Möglich machen das u.a. Tageszulassungen oder auch Bonussysteme für einen Wechsel der Automarke oder dem Umstieg von einem alten Dieselmodell auf ein E-Auto.

Spartipp #3: E-Autos mit günstigen Konditionen finanzieren

Wer sein neues E-Auto über einen Kredit finanzieren möchte, kann unter Umständen auch bei den Konditionen sparen. Generell ist es ratsam, keinen Kredit zur freien Verwendung, sondern speziell zur Autofinanzierung zu wählen. Da das Fahrzeug der Bank als Sicherheit dient, sind die Zinsen in diesem Fall bereits günstiger. Außerdem vergeben immer mehr Banken für die Finanzierung eines E-Autos einen im Vergleich zum klassischen Autokredit reduzierten Zinssatz. Hierzu fragen Sie am besten bei Ihrer Bank nach oder nutzen ein Vergleichsportal im Internet.

Spartipp #4: Elektroautos dienstlich fahren

Elektroautos als Firmenfahrzeuge werden vom Gesetzgeber steuerlich besonders begünstigt. Seit diesem Jahr wird für rein elektrisch fahrende Liefer- und Nutzfahrzeuge eine Sonderabschreibung über 50 Prozent gewährt – zusätzlich zur regulären Abschreibung. Auch die Bemessungsgrundlage für die private Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugs wurde auf 0,5% gesenkt und gilt nun bis 2030. Für günstige Elektrofahrzeuge unter 40.000 Euro Bruttolistenpreis inkl. Sonderausstattung gelten sogar lediglich 0,25%.

 

Spartipp #5: Förderprogramme für Ladeinfrastruktur nutzen

Im Gegensatz zum Kauf von Elektroautos wird die eigene Ladeinfrastruktur nicht vom Bund sondern von den Ländern gefördert. Daher unterscheiden sich die Programme deutlich zwischen den einzelnen Bundesländern. Sachsen bietet zum Beispiel ein Förderprogramm, das an die gleichzeitige Installation eines Stromspeichers gekoppelt ist. Gezahlt werden 400 Euro pro Wechselstrom-Ladepunkt und 1.500 Euro pro Gleichstrom-Ladepunkt. Der Stromspeicher wird mit einem Sockelbetrag von 1.000 Euro gefördert. Hinzu kommen 200 Euro für jede Kilowattstunde Speicherkapazität.

Die KfW-Bank fördert mit seinem Programm KfW 430 ebenfalls Ladestationen. Voraussetzung ist zum Beispiel die gleichzeitig geplante Sanierung des Daches oder der Heizungsanlage. 10% bis 30% der Baukosten – dazu zählt auch die Wallbox – werden erstattet, wenn die Förderfähigkeit durch die KfW von einem Energieberater im Vorfeld bestätigt wurde. Kredite mit günstigen Konditionen sind ebenfalls möglich.

Eine bundesweite Erleichterung soll mit der Reform des Wohnungseigentumsrechts folgen. Eigentümer und Mieter haben dann einen Anspruch darauf, dass der Einbau einer Lademöglichkeit für E-Autos gestattet wird. Solche Maßnahmen sollen mit der Novellierung künftig nicht mehr der Zustimmung aller Wohnungseigentümer bedürfen. Die Kosten trägt der begünstigte Eigentümer. Das Gesetz soll bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2021 in Kraft treten.

Spartipp #6: Fürs E-Auto den passenden Stromtarif finden

Neben Sparmöglichkeiten bei der Anschaffung von E-Auto und Ladestation gibt es auch einige Tipps für die Folgekosten. Einen großen Teil nimmt dabei natürlich der Strom zum Laden ein. Da die meisten Ladevorgänge zu Hause stattfinden, lohnt sich ein Blick auf das Angebot der Energiedienstleister. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Autostrom deutlich günstiger ist als der Haushaltsstrom. Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox hat mögliche Einsparungen von bis zu 200 Euro pro Jahr ergeben. Denn spezielle Tarife für Elektroautos sind keine Seltenheit. Häufig verbinden regionale Stromanbieter dies mit einem günstigen Angebot für eine Lademöglichkeit zu Hause und mit einer Karte fürs Aufladen an öffentlichen Ladesäulen unterwegs.

Spartipp #7: Spezielle E-Auto-Versicherung abschließen

Die Versicherung ist ein unumgängliches Thema für alle Fahrzeughalter. Wie Verbrenner unterliegen auch E-Autos der gesetzlichen Versicherungspflicht. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist dabei das Mindeste.

Teil- oder Vollkaskoversicherung sind hingegen optional und können entsprechend des Restwertes gewählt werden. Der größte Unterschied zu einer Kfz-Versicherung für einen Diesel oder Benziner liegt im Versicherungsschutz des Akkus. Diese deckt Schäden durch und am Akku ab. Je nach Anbieter sind auch Schäden an der Ladestation und am Ladekabel im Tarif integriert. Wenn Sie Ihr E-Auto leasen, können Sie auf diesen Teil der Versicherung allerdings meist verzichten und dadurch sparen. Der Akku und entsprechende Schäden sind dann bereits über den Leasingvertrag abgedeckt.

Wie viel mit einem speziellen Tarif für E-Autos gespart werden kann, lässt sich nicht pauschal sagen. Durch unterschiedliche Regional- und Typklassen sowie unterschiedlicher Leistungen innerhalb der Tarife lassen sich die Preise nicht direkt miteinander vergleichen. Lassen Sie sich von verschiedenen Versicherungen am besten ein Angebot am konkreten Beispiel Ihres Fahrzeuges unterbreiten.

Spartipp #8: Steuervorteile in Anspruch nehmen

E-Auto-Fahrer können auch steuerliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Wer sich bis zum Ende des Jahres 2020 für den Kauf eines Elektroautos entscheidet, muss die nächsten 10 Jahre keine Kfz-Steuer bezahlen. Danach wird die Kfz-Steuer für E-Autos halbiert.

Außerdem können Handwerkerkosten für die Installation einer Wallbox in der Steuererklärung angegeben werden. 20% des Arbeitslohns, der bis zu 6.000 Euro hoch sein darf, können geltend gemacht werden. Nicht zuletzt ist auch das Laden am Arbeitsplatz steuerfrei. Denn wenn ein Unternehmen seinen Angestellten den Strom kostenfrei zur Verfügung stellt, gilt dies nicht als geldwerter Vorteil.

Spartipp #9: Mit dem E-Kennzeichen in der Stadt sparen

Das E-Kennzeichen macht nicht nur Elektroautos leicht erkennbar, sondern bietet auch einige finanzielle Vorteile. Städte und Gemeinden können solchen Fahrzeugen zum Beispiel das Befahren der Busspur erlauben. Außerdem gelten keine Fahrverbote für E-Autos und häufig können Parkplätze kostenlos oder zumindest vergünstigt genutzt werden. Leider gibt es hier keine einheitlichen Regelungen, so dass Sie am besten direkt bei Ihrer Kommune nachfragen.

E-Auto-Fahrer genießen viele finanzielle Vorteile. Das beginnt beim Umweltbonus, geht weiter über die Förderung der Ladesäule bis hin zum kostenlosen Parken in der Stadt. Und natürlich sparen E-Auto-Fahrer auch im Alltag bei den laufenden Kosten, unter anderem bei der Wartung des Fahrzeugs, da zum Beispiel der Ölwechsel entfällt, die Bremsen durch die Rekuperation geschont werden und Elektrofahrzeuge weniger Verschleißteile (Kupplung, Getriebe, etc.) haben.
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